Wenn Horror schön ist: „Das kleine Horror-Gewächshaus" begeistert
- Wir sind mutig.

- vor 3 Tagen
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Am Montag, den 6. Juli 2026, verwandelte sich die Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums in das heruntergekommene Stadtviertel Skid Row: Schüler:innen unterschiedlichster Jahrgangsstufen brachten mit „Das kleine Horror-Gewächshaus" ihre eigene Version des Musical-Klassikers Little Shop of Horrors auf die Bühne – die turbulente Geschichte um einen glücklosen Blumenladen, eine fleischfressende Pflanze und das augenzwinkernde Motto „Don't feed the plants!". Möglich wurde der Abend durch die freundliche finanzielle Unterstützung des Kulturamts und der Bürgerstiftung Leinfelden-Echterdingen.
Solist:innen und Band im präzisen Zusammenspiel
Getragen wurde der Abend von seinen Solist:innen: Richard Puchinger spielte den schüchternen, zunehmend verzweifelten Seymour mit einer Präsenz, die man ihm in der ersten Szene noch gar nicht zugetraut hätte – und sang sich Nummer für Nummer ins Herz des Publikums. Ina Haag lieh der gefräßigen Audrey II eine herrlich fordernde, abgründige Stimme, die noch in der letzten Reihe für ein wohliges Gruseln sorgte. Und Daniel Spitzer gab den selbstverliebten Zahnarzt Orin mit so viel Spielfreude, dass man Mitleid mit seinen Patient:innen bekommen konnte. Mit großer Bühnenpräsenz brillierten außerdem Lia Hochmuth als Audrey und Maurice Veil in der Rolle des Inhabers des Blumenladens Mr. Mushnik.
Diese Nummern lebten vom genauen Miteinander mit der Band, die – um Saxofon und Klarinette erweitert – in gewohnter Spielfreude aufspielte und die Solist:innen in „Da Doo", „Grow For Me", „Dentist!" und „Feed Me!" trug. Einsätze, Tempi und Dynamik saßen: ein hörbarer Beleg dafür, wie eng Bühne und Side-Stage an diesem Abend aufeinander eingespielt waren.
Die Chöre – als stille und als fulminante Kraft
Neben den Solo-Nummern setzte die Chöre zwei ganz eigene Akzente. In der Ballade „Suddenly Seymour" nahm der Schulchor das Tempo heraus und schuf einen der berührendsten Momente des Abends. Die Rahmung des Abends übernahm der Projektchor, in dem sich Schüler:innen, Ehemalige, Eltern und Kolleg:innen zusammenfanden. Mit dem eröffnenden „Skid Row" und dem großen „Finale" spannte er den Bogen über die ganze Produktion und entfaltete – dank eigener Combo-Begleitung – einen fulminanten, tragenden Klang, der wohl noch lange nachhallte. Dass hier Generationen gemeinsam auf der Bühne standen, war dem Ergebnis in jedem Ton anzuhören.
Die vielen Hände hinter der Bühne
Ein Musical entsteht niemals erst im Rampenlicht. Was an diesem Abend so mühelos wirkte, war das Ergebnis monatelanger Arbeit vieler, die man am Ende gar nicht auf der Bühne sah – und deren Leistung deshalb umso mehr Anerkennung verdient.
Die Klasse 10c baute gemeinsam mit Eltern, Lehrkräften und Schüler:innen den Blumenladen, die Zahnarztpraxis und ganz Skid Row – und ließ die menschenfressende Audrey II in vier immer größeren, immer bedrohlicheren Ausbaustufen wachsen, bis sie am Ende halbe Kompars:innen verschlang. Die Maske ließ Zähne blitzen, das Kostümbild versetzte alle glaubwürdig in die 70er und die Technik-AG stimmte Licht und Ton so präzise aufeinander ab, dass jeder Lichtwechsel Einsatz saß. Selbst Plakat und Programmheft stammen zu großen Teilen aus Schülerhand. Ohne dieses unsichtbare Zusammenspiel wäre der ganze Bühnen-Zauber nicht denkbar gewesen.
„Wie schön Horror sein kann"
Am Ende eines langen, herzlichen Applauses fand Schulleiter Herr Bahner die vielleicht treffendsten Worte des Abends: Er staunte darüber, wie schön Horror eigentlich sein könne – nämlich dann, wenn so viele junge Menschen ihre Talente bündeln und aus einzelnen Rollen, Stimmen, Kulissen und Ideen ein gemeinsames Bühnenerlebnis entstehen lassen, das alle mitgestalten und mittragen.
Ein großer Dank gilt allen mitwirkenden Schüler:innen, den Eltern, dem Kollegium sowie dem Kulturamt und der Bürgerstiftung Leinfelden-Echterdingen, ohne deren Förderung dieser besondere Abend nicht möglich gewesen wäre.
\ Gz













