Wenn eine Schulgemeinschaft zum Orchester wird: Das Weihnachtskonzert des Immanuel-Kant-Gymnasiums
- Wir sind verantwortungsvoll.

- 9. Jan.
- 4 Min. Lesezeit
Es gibt Tage, an denen eine Schule so viel mehr ist als ein Ort des Lernens. Tage, an denen die Aula mehr ist als Pause, Durchgang und grüner Teppich, sondern erfüllt von Vorfreude, Üben und Vorbereiten. Für einen Abend, an dem mit einem Podest, dicken Boxen und vielen Stühlen aus der Aula eine große Bühne wird. Mit aufgeregt quatschend hin und her laufenden Schülerinnen und Schülern zwischen Aula und Musiksaal und erwartungsfrohen – vielleicht noch ein wenig vom Vorweihnachtstrubel abgehetzten – Eltern, die ihre besten Plätze im Auditorium einnehmen. Es war wieder an der Zeit für: Das Weihnachtskonzert 2025 am Immanuel-Kant-Gymnasium.

Ein Blick in das prall gefüllte Atrium zeigt, dass dies kein Pflichttermin für Eltern ist, sondern ein echter Moment, der Erinnerungen für Schüler, Eltern und Lehrer schafft – über den Alltag der Schulwochen hinaus. Wer dabei war oder sogar mitgesungen oder mitgespielt hat, wird sich daran erinnern, wenn die übrigen Wochen des Schulalltags längst vergessen sind.
Bis auf den letzten Platz waren die Stühle besetzt, auf den Treppenstufen drängten sich Schüler, Eltern, Lehrer, Ehemalige und Freunde der Schule. Es herrschte dieses wunderbare Summen aus gedämpften Gesprächen und erwartungsvollem Lachen, bevor das Licht gedimmt wurde.
Eine musikalische Reise: Von der Unterstufe bis zum Leistungskurs
Was das Programm in diesem Jahr wieder so schön machte, war die enorme Bandbreite. Neben den wunderbar lebendigen Beiträgen der Unterstufe, die gemeinsam am Anfang ihrer Sangeskarriere fröhlich dabei waren, gab es die professionelle Abgeklärtheit der Oberstufenschüler aus dem Leistungskurs Musik.

Das Repertoire war abwechslungsreich und frisch. Natürlich darf an Weihnachten der ein oder andere Klassiker nicht fehlen, aber das IKG traute sich mehr: Es wurden einige mir weniger bekannte Lieder aufgeführt, die ich so nicht unbedingt erwartet hätte, die aber gepasst und Spaß gemacht haben. Sogar ein von Herrn Salomon eigenkomponiertes Lied wurde unter großem Applaus uraufgeführt.
Die Herzstücke des Abends: Gorzela und Salomon
Man kann über diesen Abend nicht schreiben, ohne zwei Namen besonders hervorzuheben: Die Musiklehrer Herr Gorzela und Herr Salomon. Es ist eine Sache, Musik zu unterrichten. Es ist eine andere, jungen Menschen den Mut zu geben, sich vor Hunderten von Leuten ins sprichwörtliche Rampenlicht zu stellen.

Die beiden haben es geschafft, ihre Schützlinge liebevoll und mit einem unglaublichen Engagement einzubinden. Sie standen nicht nur davor, sie waren mittendrin – ob sie nun selbst zum Instrument griffen, mitsangen, dirigierten oder einfach nur diesen beruhigenden und manchmal leicht strengen Blickkontakt hielten. Man spürte in jedem Takt, dass hier eine Vertrauensbasis besteht, die weit über den normalen Unterricht hinausgeht.
Ein Fest der Gemeinschaft: Ehemalige und Eltern
In den großen Ensemblestücken wirkten neben der Schülerschaft auch Ehemalige mit, die extra für diesen Abend zurückgekehrt waren, um noch einmal Teil der Schulgemeinschaft zu sein. Da waren Freunde des IKG und Eltern, die ihre Instrumente ausgepackt oder ihre Stimmen geölt hatten. Die sich Zeit genommen haben, nicht nur für den Abend, sondern für das ganze Projekt geübt und geprobt haben.

Das Bild des großen Chors, in schwarz gekleidet, eingehüllt in warmes Bühnenlicht, steht für die Freude am gemeinsamen Wirken.
Mein persönliches Highlight: Stille, die unter die Haut geht
Und dann war da dieses eine Lied, mein persönlicher Höhepunkt des Abends. Der große Chor aufgestellt, dirigiert von Herrn Gorzela und sanft begleitet nur von Herrn Salomon am Klavier. The Seal Lullaby. „Hush be my baby...“
Es war nicht laut, eine zarte Harmonie, eine nicht typische und doch weihnachtliche Melodie. Die Melancholie und gleichzeitige Geborgenheit des Stücks übertrug sich auf uns im Publikum. In diesem Moment gab es kein Husten im Publikum, kein Rascheln mit Programmheften – nur den wunderbaren Chorklang, der das Immanuel-Kant-Gymnasium erfüllte.
Mehr als nur Musik: Theater und Tanz
Die Theater-AG und die Tanzgruppen bereicherten das Programm und sorgten für visuelle Abwechslung.
Die Theatergruppe brachte uns zum Schmunzeln und Nachdenken. Mit kreativen Requisiten und vor einer grünen Kulisse agierend, zeigten sie Ausschnitte, die Lust auf mehr machten. Es war beeindruckend zu sehen, wie selbstsicher die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler agierten.

Die Tanz-AG hingegen brachte Dynamik auf die Bühne. In blaues Licht getaucht, bewegten sich die Schülerinnen synchron zum Beat, voller Energie und Lebensfreude. Diese Beiträge lockerten den Abend auf und zeigten das breit gefächerte Talent der Schülerschaft.

Die Helden im Hintergrund: Die Technik AG
Last but not least: ein riesiges Lob an diejenigen, die meistens im Dunkeln stehen, aber ohne die so ein Abend im Chaos versinken würde: Die Technik AG. Wer genau hinsah, hat die professionelle Arbeit erkennen können: Mal war die Bühne stimmungsvoll ausgeleuchtet, passend zur Ballade, mal in kühles Blau getaucht für den Tanz. Die Umbauten auf der Bühne (und davon gab es viele!) liefen reibungslos ab. Sie sorgten dafür, dass jeder Ton ankam und jeder Solist im rechten Licht erschien.
Fazit
Das Weihnachtskonzert 2025 am IKG war mehr als eine Aneinanderreihung von Programmpunkten. Es war für mich ein eindrückliches Zeugnis einer lebendigen Schulgemeinschaft. Es zeigte das Talent der Schülerinnen und Schüler, die Leidenschaft der Lehrer- und Elternschaft am IKG und wie Musik, Menschen zusammen bringt.
Wenn man am Ende eines solchen Abends in die kalte Winternacht hinaustritt, nimmt man eine Wärme mit, die noch lange anhält. Danke an alle Beteiligten für diesen wunderbaren Start in die Weihnachtszeit!
\ Johannes Lieb, Elternteil